PNP vom 26.04.2017

Schüler sind aktiv im Schutz gegen Vogelschlag

Projekt an der Untergriesbacher Schule

Texte/Fotos: W. Paleczek

Schüler der Klasse R 8 beklebten die Fenster und beobachten den Vogelschlag
in diesem Schuljahr.

Untergriesbach. Vogelschutz wird an der Grund- und Mittelschule Untergriesbach groß geschrieben. Im letzten Schuljahr hatte man auf dem weiträumigen Schulgelände von den Schülern gebaute Nistkästen aufgehängt. Diese wurden sehr gut bebrütet, wie sich bei der Nistkästenentleerung herausstellte. Jetzt richten Schule und Schüler Augenmerk auf Vogelschutz – um das häufig auftretendem Aufprallen von Singvögeln auf die großen Glasscheiben der Schulfenster zu verhindern.

Glas als Baustoff wird in der modernen Architektur immer mehr verwendet, ist aber für Vögel ein großes Risiko, da sie Glas nicht als Hindernis erkennen können und mit den Scheiben kollidieren, oft mit tödlichem Ausgang. Zur Verhinderung von Vogelschlag werden zahlreiche Produkte im Handel angeboten wie Aufkleber, bedruckte Folien, oder Vogelschutzglas. Oft ist aber nicht bekannt, ob diese tatsächlich die erhoffte Wirkung haben.

Die Mittelschule "Am Hohen Markt", insbesondere die Klasse R 8 mit Klassenleiter Werner Paleczek, beteiligt sich in diesem Schuljahr erstmals an diesen Tests, um die Wirksamkeit verschiedener Schutzmaßnahmen gegen Vogelschlag zu überprüfen. Unter der Federführung des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern wurden an ausgewählten Fenstern des Schulgebäudes verschiedene Markierungen angebracht. Alle Markierungen sind transparent, das heißt, sie sind durchsichtig und werden vom menschlichen Auge fast nicht wahrgenommen. Die Vögel jedoch erkennen die Markierungen als Hindernis und vermeiden den An- oder Durchflug. Die Beobachtungen werden täglich durchgeführt und von den Schülern dokumentiert.

Die Dauer des Projekts ist auf drei Jahre angesetzt und wird finanziell vom Freistaat gefördert. Danach wird sich bayernweit zeigen, welche der Maßnahmen effektiv zum Schutz gegen Vogelschlag beitragen.

Aktive Unterstützung und Hilfe leistet auch 2. Bürgermeister Manfred Falkner, erfahrenes Mitglied der Bergwacht, der die oberen Fenster mit Folien beklebt.

Tote Kohlmeise nach einem Anflug auf eine Fensterscheibe,
das soll in Zukunft verhindert werden.

Aufprallspur auf einer Fensterscheibe, durch tägliche Beobachtungen auf ausgewählten normalen und beklebten Fensterscheiben soll deren Wirksamkeit verglichen werden. Das Projekt erstreckt sich auf drei Jahre.